Trennung ist Fortschritt, Identifikation trennt

Wenn du etwas Bestimmbares bist, zum Beispiel ein Deutscher, dann ist das völlig normal. Wenn du jedoch so etwas Bestimmbares für deine Bestimmung hältst, zum Beispiel ein Deutscher zu sein, dann wird alles andere plötzlich das Andere, das Fremde, und bei Unwohlsein sofort das Verdächtige, das Feindliche. Dann bist du identitär, sprich, du leidest unter einem Ich-muss-so-sein-Syndrom.

Wenn du dich in so einer Lage befindest und es dann schaffst aufzugeben, deiner angeblich so wichtigen Identität hinterherzurennen (was alle besseren Philosophen seit jeher empfehlen), musst du dich allerdings von einigem trennen. Von der Vorstellung, dass du nur da und dorthin gehörst, dass diese oder jene Person(en) dein Leben bedeuten, und von einigem mehr dieser Art. Stattdessen wirst du frei und offen, auch für andere Menschen – was diese sehr begrüßen. Allerdings wirst du leider auch zum Hassobjekt aller, die identitär bleiben wollen. Damit musst du leben, und wenn die Zeiten schlecht stehen, wirst du dafür gegebenenfalls sogar deinen unnatürlichen Tod in Kauf nehmen müssen.

So ist das nun mal, c’est la vie. Du kannst aber nur so oder so sein. Entscheide dich.

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